Pòrco Rósso (1992)

Filmszene: Pòrco Rósso wird von Fio geksst Endlich habe auch ich die Pòrco Rósso Doppel-DVD und bin sicher, dass mir der Anime gut gefallen wird, nachdem ich den Trailer schon toll fand. Mehr dazu Morgen =)

Nachtrag 16.06.2006:
Der Studio Ghibli Anime Pòrco Rósso (1992) ist wirklich so genial, wie ich es erhofft hatte =)
Zwar unterscheidet er sich von den anderen Ghibli-Animes eindeutig dadurch, dass er eher für Jugendliche und Erwachsene als fr Kinder gemacht worden ist, wie z.B: "Chihiros Reise eins Zauberland" oder "Laputa Castle in the Sky (Das Schloss im Himmel)" es sind, aber selbstverständlich besitzt er Alles, was einen Ghibli-Anime ausmacht. Mit dem Anime Pòrco Rósso hat Hayao Miyazaki, der meines Wissens Hobbyflieger ist, seinen großen Traum vom Fliegen mit einem imposanten Anime auf die Leinwand gebracht.

Die Story ist in den 30er Jahren des 20.Jahrhunderts im Mittelmeer angesiedelt. Zwar bin ich ziemlich darüber überrascht, dass es im Mittelmeer solche Inseln geben soll, die meines Wissens eher in der Karibik zu finden sind, aber das ändert nicht ans der Großartigkeit des Animes.

Pòrco Rósso ist ein Fliegerass der den 1. Weltkrieg überlebt hat und nun als Kopfgeldjäger unterwegs ist um Luftpiraten zu jagen. Allerdings ist er verflucht (warum wird eigentlich erst am Ende des Animes bewusst), weswegen er einen Schweinekopf hat, woraus sich im Laufe des Animes einige lustige Wortspiele ergeben. Da natürlich auch dieser Anime eine modernes Märchen ist, löst sich gegen Ende der Fluch auf und Pòrco Rósso hat wieder sein normales Gesicht, dass allerdings nicht wirklich gezeigt wird, ausser in einer kurzen Zwischenszene, wo es im Profil gezeigt wird. Zwar erscheint es auch auf einem Photo, aber da ist das Gesicht durchgestrichen und deswegen nicht wirklich zu erkennen. Laut Interview auf der Bonus-DVD hat Hayao Miyazaki sich selbst als Vorlage für Pòrco Róssos Erscheinung gesehen, allerdings vermute ich, dass er das eher im Bezug auf die Coolness und Raffinesse von Pòrco Rósso haben wollte, oder? =)

Schon die erste Szene des Animes führt viele Charaktere ins Geschehen ein: der Held wird in seiner Ruhe gestört, d.h. er bekommt per Telefon einen Auftrag. Wobei ich mich natürlich gefragt habe, wie zur Hölle auf diese so abgelegene Insel im Mittelmeer denn ein Telefonanschluss kommen soll =-o Zwischenzeitlich wird gezeigt, wie die Luftpiraten ein Schiff kapern und eine Horde von kleinen Schulmädchen als Geiseln nehmen, ohne zu wissen, was sie sich damit wirklich an Board geholt haben. Denn die kleinen Biester toben überall rum und mißachten sämtliche Anweisungen ihrer Kidnapper, die trotzallem großen Gefallen an diesen Rotzgören finden. Am witzigesten ist hier die Szene, wo alle Mädchen ins Wasser springen und ein Pirat, weil er nicht will, dass den Geiseln was passiert, sie ermahnt, worauf hin eines der Mädchen ihm sagt, dass er sich keine Sorgan machen solle, da alle Mädchen Schwimmasse seien =) Selbstverständlich untergraben die Mädchen nicht nur die Autorität der Luftpiraten sondern auch Pòrco Róssos, der sie natürlich aus deren Klauen befreit, wobei die Luftpiraten bereuen, dass ihnen die kleinen Quälgeister abhanden kommen, auch wenn der Grund, dass sie weniger Gewinn gemacht haben eigentlich nur ein Vorwand ist. Bei Pòrco Rósso wird, wie auch bei fast allen anderen Ghibli-Animes, die Autorität der aktuellen Landesregierungen in Frage gestellt und teilweise sogar l�herlich gemacht. Die Helden der Ghibli-Animes brechen immer irgendwelche Regeln um die Welt zu retten, etc.

Da Pòrco Rósso ein Anime über ein Kampfflieger-Ass ist, dass nicht mehr im Krieg sondern gegen Luftpiraten als Kopfgeldjäger kämpft, sind also Luftschlachten an der Tagesordnung, die sich allerdings, überraschend für Ghibli-Animes, an die Gesetze der Physik halten, d.h. die Luftdynamik, etc. wird wirklich beachtet, wenn man davon absieht, dass schon bei der Anfangssequenz diese wieder über Board geworfen wird =) Interessant ist, dass Kopfgeldjäger und Luftpiraten, so sehr sie auch gegeneinander kämpfen, doch zusammenhalten, wenn es gegen die faschistische Regierung geht, wie es am Ende Curtis und Pòrco Rósso tun.

Selbstverständlich geht es auch hier um schöne Frauen. Fio und Gina sind in beide Pòrco Rósso verliebt: Gina, eine alte Freundin von Pòrco Rósso ist in ihn schon seit vielen Jahren verliebt; die 17jährige Fio verliebt sich im Laufe der Story in Pòrco Rósso. Fios ungestüme Art bringt den Anime erst richtig in Schwung und Pòrco Rósso zwar mehrmals in Verlegenheit, die ihm aber sehr gut gefällt, bis er am Ende, als sich ihm beide Frauen offenbaren, in Panik flieht. Dankenswerterweise ist allerdings die Luftwaffe im Anflug, so dass er einen guten Grund zum Fliehen hat, ohne sich zwischen den beiden betörenden Frauen entscheiden zu müssen. =) Wobei eigentlich offensichtlich ist, dass er sich für Fio entscheiden würde, weil sie sich auch fürs Fliegen so begeistert wie er und nicht abgeneigt ist, wie Gina, die allerdings schon ein paar ihrer Männer, allesamt Flieger, verloren hat. Dass der Showdown zwischen Pòrco Rósso und Curtis nun wegen Fio entbrennt, obwohl der ursprüngliche Grund eigentlich Gina war, macht die Sache viel interessanter, denn Pòrco Rósso fühlt sich nicht nur sehr zu Fio hingezogen, sondern Fio setzt auch die Gewinne fest: verliert Curtis, muss er Pòrco Róssos Schulden zahlen, verliert Pòrco Rósso, muss Fio Curtis heiraten. Selbstverständlich schlägt Fio das nur vor, weil sie als Konstrukteurin genau weiss, was das Flugzeug kann, dass sie für Pòrco Rósso aus dem Wrack des alten Flugzeuges zusammengebaut hat. Der Umbau der Maschine offenbart übrigens eine der großen Schwächen Pòrco Róssos, der es Frauen nicht zutraut, ein Flugzeug zu bauen, geschweige der jugendlichen Fio, die ihn allerdings sofort um den Finger wickelt, so dass Pòrco Rósso sein Flugzeug von Frauen vollständig überarbeiten lässt.

Im Grunde entscheidet sich Pòrco Rósso doch für eine Frau und zwar für sein Flugzeug. Schön ist übrigens die Szene, wo Pòrco Rósso Fio einen Geschichte erzählen soll und er ihr erzählt, wie er im 1.Weltkrieg fast gestorben ist und den Fliegerhimmel erblickte, der erstaunlicherweise aus einer endlosen Reihe von Fliegerassen in ihren Maschinen besteht die alle in Eintracht über den Himmel in einem Riesigen Schwarm, der aussieht wie ein Kondenzstreifen, ziehen, obwohl sie sich vorher teilweise gegenseitig abgeschossen haben. Als Fio ihm am Ende der Szene überraschenderweise auf die Wange küsst (siehe Szenen-Photo) wird Pòrco Rósso total verlegen und es wird langsam klar, warum er verflucht wurde =)

Die Fliegerehre kommt im ganzen Anime vor: es wird sich zwar bis aufs Blut bekämpft, allerdings nach einem Ehrenkodex, den Alle mehr oder weniger einhalten. So verachten sich zwar Pòrco Rósso und Curtis bewundern und respektieren aber ihre Flugkünste gegenseitig. Deswegen lässt meines Erachtens auch Hayao Miyazaki keinen der beiden den entscheidenen Luftkampf gewinnen, sondern beide müssen sich an Land, pardon, im Küstenwasser "wie echte Männer" bekämpfen. Also ein Kampf Mann gegen Mann. Hier schockt Curtis den verdutzten Pòrco Rósso mit der Tatsache, dass Gina in Porco Rosso seit Jahren verliebt ist, ihm es aber nie traute zu offenbaren. Zwar erhält durch den heilsamen Schock Curtis im Kampf einen kleinen Vorteil, der Sieger des Kampfes wird aber, wie erwartet, Pòrco Rósso.

Selbstverständlich müssen sich am Ende beide Konkurrenten unterstützen um vor der Luftwaffe zu fliehen. Auch wenn beide Konkurrenten sind, so haben beide ihre Bessenheit, ihre Liebe zu Flugzeugen gemein und in diesem einen Punkt sind sie sich absolut gleich.

Pòrco Rósso ist auf jedenfall ein Film, den ich mir zukünftig oft auf DVD anschauen werde =)



geschrieben von Stefan C. am 15.09.2006 & 16.09.2006



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